Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Mit der Gründung des Stabilitätspaktes Ende der 90er wurde ein Zeichen gesetzt, den Staaten Südosteuropas bei der Bewältigung wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen zu helfen. Ziel der deutschen Unterstützung für Serbien war von Anfang an, zu einer Annäherung an die Europäische Union, zur Stärkung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und damit zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung beizutragen. Für Serbien hat die deutsche Bundesregierung seit dem demokratischen Umbruch im Jahr 2000 mehr als 1,09 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen 43,5 Mio. Euro an Schuldenerlass, die in die Entwicklung der serbischen Infrastruktur geflossen sind. Damit ist Deutschland der wichtigste europäische bilaterale Geber für Serbien. Auch zu den EU-Hilfen, die sich seit dem Jahr 2000 auf mehr als zwei Milliarden Euro belaufen, hat Deutschland mit rund 20 % beigetragen.
Die Mittel für die Zusammenarbeit mit SRB kommen zum überwiegenden Teil aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ beauftragt vor allem zwei Organisationen mit der Durchführung der deutsch-serbischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit: Die KfW Entwicklungsbank ist für Investitionsvorhaben zuständig, während die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Beratungsprojekte durchführt. Daneben nutzen viele Nichtregierungsorganisation Mittel des BMZ, um Projekte in SRB zu verwirklichen. Alle Aktivitäten zielen darauf ab, in der Region des Westlichen Balkan das zu erreichen, was für den größten Teil Europas, die EU, bereits erreicht worden ist: Frieden, Stabilität und Wohlstand.
Die deutsch-serbische wirtschaftliche Zusammenarbeit basiert auf vier Schwerpunkten, die gemeinsam vereinbart wurden: (1) Ein wichtiger Schwerpunkt der deutschen Unterstützung ist der Ausbau der Versorgungsinfrastruktur mit dem Ziel, Energie und Wasserressourcen Ressourcen nachhaltig zu nutzen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. (2) Damit steht die Förderung der Kommunalentwicklung eng im Zusammenhang. Die Gemeinden als kleinste Verwaltungseinheiten sind der eigenen Bevölkerung am nächsten und wissen daher am besten, welche Verbesserungen den Bürgern unmittelbar zugute kommen. (3) Die Menschen in Serbien sehnen sich nach Wirtschaftswachstum, nach mehr Arbeitsplätzen, nach einer besseren Zukunft für sich und ihre Kinder. Deswegen ist die Unterstützung notwendiger Reformen in der Wirtschaft eine Priorität unserer Zusammenarbeit. Diese gehen Hand in Hand mit weiteren Beratungsvorhaben im Bereich der guten Regierungsführung. (4) Nicht zuletzt fördern wir Bildungsvorhaben und unterstützen die Verständigung zwischen jungen Menschen, aus Serbien und Deutschland.